Personaleinsatzplanung von GFOS
Industrie 4.0 Human

Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung im Wandel der industriellen Revolution – wie geht es weiter?

Die Bedeutung und die Nutzung von Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Themen wie die vier Stufen der industriellen Revolution sowie der demografische Wandel spielen dabei eine große Rolle.

Allerdings wird sich Industrie 4.0 – wie die drei vorangegangen Revolutionen – evolutionär ereignen.

Die Erfindung der Dampfmaschine stellt aus heutiger Sicht den Beginn der ersten industriellen Revolution dar. Erstmalig wurde menschliche Arbeitskraft in den Fabriken durch mechanische Produktionsanlagen unterstützt. Damit war es Ende des 18. Jahrhunderts möglich, schneller und in größeren Stückzahlen zu produzieren als jemals zuvor. Die zweite industrielle Revolution ereignete sich durch die Nutzung von elektrischer Energie und die Einführung des Fließbandprinzips. Anfang des 20. Jahrhunderts konnten durch die Fließbandfertigung viele Arbeitsschritte in einzelne Prozesse unterteilt, Mitarbeiter spezialisiert und die Produktionskosten deutlich reduziert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Arbeitskraft überwiegend in Form von Muskelkraft in der fertigenden Industrie benötigt. Bestimmte Qualifikationen wurden folglich nicht benötigt und das Thema Fachkräftemangel gab es schlichtweg noch nicht. Personal war in ausreichender Anzahl und auch relativ günstig verfügbar und es wurde so eingesetzt, wie es gebraucht wurde. Überstunden wurden gemacht, wenn diese nötig waren. Es gab noch nicht viele Gesetze, die regelten, wer wie viel arbeiten darf, weshalb auch Ausbeutung von Arbeitskraft zur Tagesordnung gehörte. Zeiten wurden – wenn überhaupt – an der Stempeluhr erfasst. Personaleinsatzplanung war noch kein Thema.

In den frühen 1970er Jahren hielt dann die Automatisierung Einzug in die Produktion. Manuelle Arbeitsschritte wurden von Maschinen übernommen und die dritte industrielle Revolution begann. Und auch Themen wie Arbeitszeiterfassung und (manuelle) Schichtplanung gewannen an Bedeutung.

 

Herausforderung: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Industrie 4.0

Heute stehen wir  – neben dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel sowie dem War for Talents – vor den Herausforderungen der vierten industriellen Revolution.

Für uns steht fest: Industrie 4.0 heißt nicht, dass Maschinen Menschen ersetzen. Im Gegenteil – Die Produktionsarbeit wird sogar aufgewertet.

 

Industrie 4.0 Human

Wir bei GFOS sprechen deshalb von „Industrie 4.0 Human“. Wir glauben, dass eine klare Vision und aktive Gestaltung der „humanen“ Seite der Industrie 4.0 notwendig ist, bei der die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern so abgestimmt werden, dass Mitarbeiter zum Erfolgsgaranten für Industrie 4.0 werden und zugleich vom Wandel profitieren statt Opfer der Revolution zu sein. Ziel muss dabei sein, dass die Interessen von Unternehmen und Mitarbeitern synchronisiert werden. Denn auch im Umfeld von Industrie 4.0 wird  der Mensch wichtigste und entscheidende Instanz bleiben. Schließlich bringen die qualifizierten Mitarbeiter ihre langjährige Erfahrung,  sowie ihre Kreativität und Flexibilität in die verschiedensten Prozesse ein.

 

Die richtigen Technologien für „Industrie 4.0 Human“

Die Anforderungen sind also komplexer denn je. Wo früher eine einfache Schichtstärkenplanung ausreichend war, müssen bei der Einsatzplanung heutzutage flexible Arbeitszeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter u. v. m. berücksichtigt werden.

Workforce Management Systeme mit integrierter Personaleinsatzplanung, Mobile Modulen und Qualifikationsmanagement sind für die Umsetzung dieser neuen Anforderungen essenziell. Nur mit einer funktionalen, ausgereiften Software zur Personaleinsatzplanung kann das Management eine einfache, exakte, transparente Planung der Mitarbeiter gewährleisten, sodass immer Mitarbeiter mit den richtigen Skills zur richtigen Zeit am richtigen Arbeitsplatz sind und auch die Mitarbeiter selbst von dieser Flexibilität profitieren.

Gerade in Produktionsstätten werden aufgrund der unterschiedlichen Produktionsprozesse, Besetzungsanforderungen und Arbeitsbereiche verschiedenste Schichtmodelle eingesetzt. Schichtplaner müssen dabei zahlreiche Aspekte berücksichtigen: Veränderungen zu verschiedenen Betriebszeiten, Jahresarbeitszeitmodelle und Kosten von Produktion und Projekten. Nur mit Hilfe einer Personaleinsatzplanung können Mitarbeiter im gewünschten Planungshorizont bestimmten Arbeitsplätzen, Kostenstellen oder Abteilungen innerhalb eines definierten Schichtzyklus zugeordnet werden. Eine Planungsübersicht gibt darüber Auskunft, welche Mitarbeiter von der Qualifikation passen und gemäß Schichtmodell und Arbeitszeitdefinition einsetzbar sind. Schließlich müssen Gesetze und andere getroffene Regelungen automatisch berücksichtigt werden.

Auch die Themen Mitarbeitermotivation und –bindung gewinnen vor den beschriebenen Hintergründen immer mehr an Bedeutung. Denn nur, wer auch die individuellen Bedürfnisse seiner Mitarbeiter berücksichtigt, kann diese zufrieden stellen und somit langfristig an sich binden. Tools wie Wunschbücher und Diensttauschbörsen können dabei unterstützen.

 

Zukünftige Entwicklung

Auch in den nächsten Jahren wird sich der Trend fortsetzen, dass einfachere Tätigkeiten immer stärker wegfallen und dafür der Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit vielfältigen Qualifikationen weiter steigt. Die Zeitwirtschaft wird vor diesem Hintergrund eine Art „notwendiges Übel“ bleiben, um gesetzliche Anforderungen wie zum Beispiel rund um den Mindestlohn zu erfüllen und entsprechende Daten für den Lohn bereitzustellen. Die Motivation und die Zufriedenheit werden noch stärker zum Schlüsselfaktor für unternehmerischen Erfolg, weshalb eine gute, transparente, bedarfsoptimierte und gerechte Planung unerlässlich sein wird. Darüber hinaus werden Planungen und auch Prämien/Leistungszulagen noch stärker ergebnisorientiert erfolgen. Das qualifizierte Personal wird zukünftig noch stärkeren Einfluss auf die Leistungsfähigkeit und die Produktivität eines Unternehmens haben. Flexible Arbeitseinsätze an den Bedarfen des Unternehmens, z. B. der Produktion, aber auch den Bedürfnissen der Arbeitnehmer ausgerichtet werden von anderen Branchen immer stärker auch in der Produktion Einzug halten. Fixe Schichtmodelle werden den Anforderungen der Unternehmen nach mehr Flexibilität, aber  auch den Wünschen der Mitarbeiter nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance nicht mehr gerecht. Eine flexible, leistungsstarke, nach beliebigen Parametern ausgerichtete Personaleinsatzplanung wird in Zukunft in keinem wettbewerbsorientierten Unternehmen fehlen und auch das Thema Mobilität wird weiter an Bedeutung gewinnen.